Nach Irland mit dem Containerschiff

2.3.06

Am 16.4.06 kam ich zurück, hier kommt der Bericht. Mit der Vorbereitung fing es an, die Beschreibung steht jetzt unten, damit es sich interessanter liest.

Am Sonntagmorgen (9.4.06) soll die "EMMA" nun kommen, hieß die letzte telefonische Ankündigung. Also bin ich schon am Vorabend mit dem Auto nach Rotterdam gefahren. Vor der Abreise mit dem Schiff muß man sich persönlich bei der Ausländerpolizei abmelden und den Pass vorlegen. Das Büro ist ständig geöffnet, ich habe das Prozedere um Mitternacht erledigt.
Die Behörde ist etwas vom Hafen entfernt, in der Nähe vom Euromast (Funkturm), gleich nach der Ausfahrt aus dem Maastunnel.

(Technischer Hinweis: Manche Fotos passen in der großen Darstellung, also nach dem Anklicken, nicht ganz auf den Bildschirm. Sie werden zunächst verkleinert angezeigt, was Verzerrungen bringt. Warten Sie bitte, bis unten rechts dieses Zeichen

erscheint. Damit kann das Foto in der ursprünglich eingespielten Größe gezeigt werden.)




Ein paar Stunden später bin ich dann beim Schiff. Man kommt nicht einfach in den Hafen hinein. Der Hafen von Rotterdam ist flächenmäßig riesig und offenbar überall abgesperrt. Auch als registrierter Passagier muß man erst die Kontrolle durchlaufen und erhält eine Durchfahrtkarte für das Auto. Parken darf man natürlich auch nicht überall. Die teils riesigen Fahrzeuge dort könnten einen PKW ruckzuck verschrotten.



Die Begrüßung durch den Kapitän ist sehr freundlich, aber ich gehe dann trotzdem gleich wieder weg, um das geschäftige Treiben zu fotografieren. Zeit ist Geld, besonders auf einem Containerschiff. Entladen und wieder beladen, Tempo. 5.700 Tonnen brutto.



Am Morgen war das Wetter noch ziemlich mies. Heftig gearbeitet wird natürlich bei jedem Wetter. Am Vormittag wird es dann deutlich besser, die Fotos zeigen es. Fotografieren darf man ja, aber nicht überall hingehen. Besonders in Rotterdam gibt es viele einschränkende Vorschriften. Der Kapitän hat darüber in mindestens drei Sprachen geschimpft. Ich muß eine Weste in Leuchtfarbe anziehen und einen Schutzhelm aufsetzen. Damit darf ich im Hafen laufen und fotografieren. Als ich jedoch einem riesigen Kran zu nahe komme, hält der pflichtbewußte Arbeiter sofort das Monstrum an und scheucht mich mit einer unfreundlichen Lautsprecherdurchsage weg.


Am Nachmittag kommen dann auch die beiden anderen Passagiere. Also nutzt der Zweite Offizier die Gelegenheit und gibt uns gleich die Gefahreneinweisung und führt uns noch etwas im Schiff herum. Sehr interessant! Die Brücke ist mit moderner Technik ausgestattet. Nummer Zwei zeigt uns beispielsweise die GPS-Navigation, das Radar und den Autopiloten.



Später lernen wir auch noch teilweise die Satelliten-Kommunikation und die Funkeinrichtungen kennen und etliche Dinge, die ich inzwischen wieder vergessen habe.






Nach der Ausfahrt aus Rotterdam wird es am Abend in der Flußmündung etwas rumpelig. Das hält in der Nacht noch ein paar Stunden an. Zuerst denke ich, die gesamte Fahrt würde vielleicht so werden. Macht mir nixx aus, im Gegenteil! Aber dann wird das Meer schon bald ruhiger, und am nächsten Tag gibt es strahlenden Sonnenschein.



Kleine Party auf See! Es gibt nicht oft Bier, und Schnaps ist tabu. Der oberste Maschinist spielt und singt für uns, natürlich auf Englisch. Er kennt etliche Lieder zum Mitsingen, einige von den Beatles und John Denver. Prima Stimmung. Ich habe einfach gefragt, ob ich mich dazusetzen darf. Na klar. Die Offiziere sind nie dabei, und Passagiere sind bisher auf der EMMA selten. Wir reden auch, erzählen beiläufig ein paar Sachen, stellen neugierige Fragen und antworten.



Die Verständigung ist gar nicht so einfach, denn der Kapitän ist Pole, der Erste Offizier ist Ukrainer und alle Anderen sind Philippino, mit Ausnahme des deutschen Praktikanten. Man sollte meinen, die neun Philippino könnten untereinander gut reden, das stimmt aber nicht. Es gibt mindestens 53 eigenständige Dialekte, die mit der offiziellen Landessprache Tagalog nicht übereinstimmen. Und Tagalog spricht auch nicht jeder. Also muß es meistens Englisch sein, aber das spricht jeder anders. Manchmal ist nicht viel zu verstehen, doch wir kommen gut miteinander zurecht. Alle sind sehr freundlich. Die Party ist nur deshalb möglich, weil am nächsten Tag kein Hafen angelaufen wird. Es gibt nur ein paar kleine Routinearbeiten.



Am Dienstag gibt's dann schlechtes Wetter in der Keltischen See. Nicht so schlimm. Etwas Wind, etwas Regen, ein paar Wellen. Prima! Die besten Fotos verpasse ich leider. Die Aufnahmen sind in solchem Umfeld auch nicht einfach. Manchmal spritzt das Meer noch deutlich höher als auf den Fotos, und das Schiff ruckt heftig. Dabei zeigt sich dann, ob man seefest ist. Doch niemand wird grün im Gesicht.



Irland kommt näher! Zum ersten Mal gibt es ein irisches Netz auf meinem Handy. Wir haben die Keltische See durchquert und nähern uns Cork in Südost-Irland. Der Kapitän hat inzwischen erfahren, daß der benötigte Liegeplatz für unser Schiff besetzt ist. Wir müssen in der Naturbucht über Nacht vor Anker gehen, und es ist erst Nachmittag. Prima! Das gibt zusätzliche Freizeit.



Vor der Einfahrt in den Naturhafen kommt der Lotse an Bord. Natürlich ist dabei ein Gutteil Routine. Aber wenn man die enge Zufahrt durch die vielen Bojen sieht, freut man sich über Hilfe.



Tolle Sache! Während wir auf die freie Einfahrt in den Hafen warten, ist Zeit für andere Dinge. Einige angeln, doch das ist nichts für mich. Ich sehe mir das Schiff an. Timmy, der mich im Maschinenraum herumführt, sieht noch sehr jung aus. Aber er ist schon ein Spezialist und hat einen Hochschulabschluß. Der Mann ist schwer in Ordnung und hat die Technik im Griff. Er arbeitet mit dem Chief Engineer. Das ist der mit der Gitarre, weiter oben.



Deutsche Wertarbeit im Maschinenraum. Alles läuft zuverlässig.



Cork, am nächsten Vormittag. Die zweitgrößte Stadt der Republik Irland ist noch relativ gut überschaubar. Der Captain bringt uns mit dem Taxi hin, nicht übel! Er war natürlich schon ein paarmal da und kann schöne Orte zeigen. Die verzweigte Markthalle ist sehr schön und hat ein prima Café-Restaurant. Dort bekomme ich Full Irish Breakfast. Natürlich gab es vorher schon Frühstück auf dem Schiff, doch ich bin neugierig und erinnere mich an das Englische Frühstück. Das Irische Frühstück ist dazu noch eine Steigerung ...
Donnerwetter, mit einem solchen Frühstück braucht man kein Mittagessen mehr. Das Zeitgefühl ist etwas durcheinander, wir haben alle nicht die Uhr auf die Ortszeit zurückgestellt (minus 1 Std.).



Die Altstadt ist malerisch. Die vielen bunten Geschäfte und Kneipen scheinen überwiegend gut gepflegt zu sein und atmen eine angenehme Atmosphäre aus.



Man kann stundenlang durch die Einkaufstraßen bummeln. Die Preise sind aber etwas höher als bei uns.



Die Pubs und Bars werden für die nächste Nacht vorbereitet. Schade, ich hätte gern mitgemacht. Doch so lange ist der Landgang nicht. Am Abend fährt das Frachtschiff weiter, entweder mit mir oder ohne mich ...


Ich laufe herum wie ein gewöhnlicher Tourist und mache Fotos. Lieber würde ich mit vielen Leuten reden. Doch die Zeit läuft schon bald ab. Also beobachte ich nur und lausche manchmal etwas.

Was gibt es wohl in diesem Geschäft?

Treffpunkt für die Rückfahrt ist der Busbahnhof oder, falls etwas schiefgeht, natürlich pünktlich auf dem Schiff. Es wird nicht warten.

Am Abend geht's weiter. Heraus aus dem Hafen und weiter nach Norden. Der Lotse kennt sicher die (frühere) Bedeutung dieser Festung. Warum habe ich ihn nicht danach gefragt?

Und dann kommt Schlag auf Schlag: Über Nacht sind wir weitergefahren und nähern uns am frühen Morgen Warrenpoint. Das liegt nicht mehr in der Republik Irland, sondern gehört schon zu Nordirland, gerade auf der anderen Seite der Grenze. Niemand von den Passagieren hat dafür das richtige Geld mitgenommen ... Der Lotse läßt sich mit dem schnellen Boot zum Schiff bringen und klettert in Sekundenschnelle an Bord. Es sieht aus, als würde ein Kinofilm gedreht. "Ein durchtrainierter Sportler", denke ich. Aber dann sehe ich den korpulenten Mann im Rentenalter. Er ist nett und gemütlich. Wie schafft der nur die tolle "Piraten"-Aktion?

Wird das Schiff die Hafenmauer rammen? Nein! Der Lotse und der Kapitän wenden nur gemeinsam die brutto 5.700 Tonnen. Für sie ist das reine Routine, für mich aufregend.

Langsam, langsam! Dieses Foto ist bereits aus Newry, 6 Meilen von Warrenpoint entfernt. Der Captain hat uns in einen Linienbus gesteckt, weil im kleinen Warrenpoint nicht viel los ist. Aber es gibt einen Supermarkt dort, der auch Euro nimmt und als Wechselgeld Pfund herausgibt. Sehr praktisch! Die Mitreisenden haben dort teuren Whiskey gekauft. Ich habe deutsches Bier gesehen, 6 Fläschchen für 5 Pfund! Im Bus hat die Rückfahrkarte 4 Pfund gekostet, naja.


Newry ist recht nett, obwohl mir Cork besser gefällt. Es gibt in der kleinen Stadt aber sogar zwei ansehnliche Einkaufszentren mit jeweils 50 Geschäften oder so. Ich glaube, Einkaufszentren sehen in allen Ländern ganz ähnlich aus. Also lieber schnell heraus auf die Straße. Es gibt ein paar Touristenattraktionen, die lasse ich aus. Besser gefallen mir die Kunststücke der Skatboarder und das Spiel des Straßenmusikanten.

Und dann ist es auch schon wieder Zeit für die Rückfahrt. Auch hier in Newry ist der Busbahnhof ziemlich groß. Die Busse kommen in rascher Folge. Alles läuft zügig ab. Mein Fahrer ist sehr freundlich. Als ich ihn nach der Haltestelle in der Nähe des Hafens von Warrenpoint frage, hält er genau dort. Es gibt dort gar keine Haltestelle, glaube ich.

Zurück am Schiff, dort wird noch heftig gearbeitet. Die restlichen Container müssen noch aufgeladen werden. Der Ort ist gefährlich. Einerseits freue ich mich, überall hingehen und fotografieren zu können. Andererseits muß ich für meine Sicherheit selbst sorgen.

Der Vorarbeiter muß besonders aufpassen. Er ist dauernd in der Gefahrenzone und gibt dem Kranführer präzise Handzeichen. Während einer kurzen Pause erklärt er mir seinen Job und die Hafenarbeit. Auch die Geschichte von den deutschen Seeleuten, die vor vielen Jahren herkamen und beim Landgang nette irische Mädchen trafen. Jetzt, Jahre später, sind die Männer echte (Nord-)Iren.



Die philippinischen Seeleute müssen schnell und sorgfältig arbeiten. Sie helfen beim Ent- und Beladen und sichern die Container. Und bald wird wieder abgelegt.

Die Rückfahrt nach Rotterdam beginnt. Zurück durch die Irische See, durch die Keltische See, vorbei an den Scilly-Inseln und dann wieder hinein in den Ärmelkanal.

Schade, daß das Wetter wieder so trübe ist. Im Ärmelkanal ist ganz viel los. Manchmal sehe ich gleichzeitig noch mindestens 5 andere große Schiffe. Und zwischen Dover und Calais fahren natürlich die großen Fähren quer. Das ist spannend, wenn ein solches Dickschiff plötzlich nur eine Seemeile voraus in unserem Weg herumfährt ...

Dauernd gibt es Funksprüche von den wechselnden Küstenstellen. Das erinnert an den Flugverkehr. Und die Satellitennavigation gibt ständig Auskünfte über die eigene Fahrt und die der Nachbarschiffe. Die Kontrolle ist umfassend. Einen erheblichen Fehler kann sich hier niemand leisten.

Am Sonntagmittag, nach genau einer Woche, ist die Reise wieder in Rotterdam zu Ende.


Beginn der Aufzeichnungen: 2.3.2006

Bereits vor 5 Jahren hatte ich eine Frachtschiffreise geplant, das hatte aber leider aus familiären Gründen nicht geklappt. Diesmal soll es gelingen!

Route

Ab Rotterdam (NL) voraussichtlich nach Cork und Dublin (beides IRL) und wieder zurück.

Vorbereitungen

Ein Reisepass ist bei den Schiffreisen Pflicht, obwohl die besuchten Länder (und auch jene, an denen nur vorbeigefahren wird) alle zum europäischen Binnenland gehören. Vermutlich braucht man den Pass für die Fahrt durch internationale Gewässer? Falls dann beispielsweise eine Gruppe schwerbewaffneter Geheimdienstagenten mit Schnellboten und einem Hubschrauber das Frachtschiff aufbringt, um nach Terroristen und Waffen zu suchen … Nee, ich glaube, jetzt geht die Phantasie mit mir durch! Ich habe einen vorläufigen Reisepass ruckzuck gegen eine Gebühr von 26 Euro erhalten. Der ist zwar nur ein Jahr gültig, kostet aber auch weniger als die Hälfte des regulären Reisepasses. Mehr brauche ich nicht, und das Ganze hat nur 20 Minuten bei der Behörde gedauert. Die dortige Mitarbeiterin war supernett und hat nicht einmal die eigentlich verlangte Geburtsurkunde und den Personalausweis angeschaut. Der abgelaufene alte Reisepass genügte. Ein einziges (biometrisches) Passfoto wurde gebraucht. Das habe ich am Vortag mit der Digitalkamera selbst gemacht und dann im Fotogeschäft auf Papier bringen lassen.
Achtung! Falls Sie das auch so machen möchten, beachten Sie bitte unbedingt die strengen Vorschriften für das Foto, hier zu finden:
http://www.bundesdruckerei.de/de/buerger/2_1_b/2_1_2_b.html

Eine Krankenversicherung für’s Ausland inklusive Rückholabsicherung wird von der durchführenden Reederei dringend empfohlen. Auch darum muß man sich kümmern. Ich habe noch eine aus dem Vorjahr, die für ein ganzes Jahr abgeschlossen werden mußte. Erledigt.

Weil Reisetermine und –route im voraus nicht genau feststehen, muß die Zeit für den Urlaub großzügig geplant werden. Es wird empfohlen, schon einen Tag vor der geplanten Abfahrt am Hafen einzutreffen. So werde ich es dann auch tun.

Zur benötigten Ausstattung habe ich noch keinen festen Plan. Alles sollte möglichst in einen Koffer passen, damit das Gepäck nicht so sehr stört. Deshalb werde ich wohl auf den Laptop-Computer verzichten müssen. Ich hätte ihn für das Überspielen und Archivieren der vielen Fotos gebraucht und z. B. für diesen Blog. Stattdessen werde ich wohl die neue Digitalkamera mit einem zusätzlichen Speicher ausrüsten.
Der
Reisevermittler will mir ein Fernglas schenken! Die Firma hat ein Jubiläum, und ich habe zur richtigen Zeit gebucht. Tolle Sache, wußte ich vorher gar nicht! Laut Beschreibung ist das Fernglas ein richtig schickes Modell, speziell geeignet für die Schiffreise.

Nach Rotterdem werde ich mit dem Zug fahren. Das wird wohl am bequemsten und billigsten sein. Allerdings ist die Anreise offenbar doch nicht so unkompliziert. Man soll frühzeitig ankommen und ggf. vorher dort übernachten. Dann muß man sich bei einer Ausländerbehörde melden, die ihren Sitz aber weit weg vom Hafen hat. Und wie kommt man dann zur richtigen Stelle in dem riesigen Hafen? Das wird wohl nur mit dem Taxi funktionieren.

Bezahlt wird die Reise natürlich im voraus. Ein Viertel ist sofort bei der Buchung fällig, der Rest spätestens vier Wochen vor der Abfahrt.
Gestern kamen die Unterlagen des Reisevermittlers. Das war ein dicker Umschlag mit mehr Sachen als ich vermutet hatte. Ich soll alles lesen, einen Teil mitnehmen, einen anderen Teil ausgefüllt zurückschicken.

Darüber berichte ich in den nächsten Tagen mehr.
Die Reise soll übrigens vom 7.4. bis 14.4.2006 stattfinden. Voraussichtlich …


Fortsetzung am 4.3.2006:

So, die Vorbereitungen laufen nach Plan! Gestern habe ich die verlangten Unterlagen an den Reisevermittler zurückgeschickt. Das waren ein ausgefüllter Fragebogen und der unterschriebene Beförderungsvertrag.
Insgesamt waren viel mehr Blätter gekommen, zusätzlich noch:
Rechnung mit Anmeldebestätigung
Einschiffungshinweise
Reisebeschreibung
Schiffsplan
Versicherungsplaner

Hafenplan
Bordbrief (nützliche Hinweise)
und der Gutschein für das Fernglas.

Auf den Internetseiten des Vermittlers finden sich auch in PDF-Dokumenten viele Hinweise, ebenso bei einigen anderen Vermittlern. Dort fand ich auch den Tip, daß es gut ankommt, wenn man für die Mannschaft DVDs mitbringt. Das ist besser als ein Trinkgeld. Na sicher! Ein Trinkgeld finde ich in diesem Fall sowieso völlig daneben. Also habe ich einige Spielfilme gekauft, die lasse ich später an Bord.
Ich freue mich sehr auf diese 7 Tage in einer anderen Welt. Demnächst geht's hier weiter.

Weil es zur Zeit natürlich noch keine Fotos von der Reise gibt, hier ein kleiner Trost:
http://view.stern.de/fc/serie/11741/
Dort ist eine kleine Fotoserie, wenn auch zu einem ganz anderen Thema. Ich war beim Karneval in Venlo, dort ist es toll! Um die Bilder in der (dortigen) vollen Größe sehen zu können, ist eine Registrierung nötig. Aber das ist nur eine kleine Formalie, kostenlos und lohnenswert.



Kleine Ergänzung am 7.3.2006:

Bei Wikipedia fand ich jetzt einen Artikel zum Thema Frachtschiffreise, der hier zu finden ist:
http://de.wikipedia.org/wiki/Frachtschiffreise
Aus den bisherigen Erfahrungen bei der Vorbereitung der eigenen Reise, konnte ich ein paar Sätze hinzufügen.


Fortsetzung am 27.3.2006:

Am Wochenende habe ich mir erst einmal einen Stadtplan von Rotterdam gekauft. Das war schwieriger als angenommen. Den gängigen Plan von Falk gab es natürlich nicht an den Tankstellen, denn das Ziel ist zu weit entfernt. Also fragte ich im Buchhandel nach. Dort war er weder vorrätig noch lieferbar. Es sei eine Neuauflage geplant aber noch nicht darüber entschieden, lautete die Auskunft. Ob denn die Stadt jetzt deshalb nicht mehr erreichbar sei, wollte ich daraufhin wissen. Zum Glück gab es aber noch den Stadtplan vom ADAC.

Wofür ich überhaupt den Plan brauche? Nun, vom Bahnhof bis zum Hafen ist es ein gutes Stück, und der Hafen ist der flächenmäßig größte auf der Welt. Außerdem muß man sich vor der Abreise noch bei der Ausländerbehörde melden, und die ist natürlich sowieso anderswo. Anders wäre es ja auch zu einfach. Nörgeln hilft nicht, denn ich habe ja schließlich keinen Pauschalurlaub gebucht. Etwas Abenteuer darf ruhig dabei sein.

Inzwischen habe ich auch noch einmal den Reisevermittler angerufen und dabei völlig überraschend erfahren, daß mein Schiff in Rotterdam einen festen Liegeplatz hat. Es steht deshalb im voraus fest, zu welcher Stelle des Hafens es kommen wird, sehr angenehm. Aber der genaue Zeitpunkt ist erst später zu erfahren.
Es soll dort auch einen sicheren Parkplatz geben. So wird die Anreise mit dem Auto vermutlich sinnvoller sein als mit der Bahn. Eventuell kann ich mir auch den Extratag mit Hotelübernachtung vor dem geplanten Abreisetag sparen. Und natürlich kann man so auch mehr Gepäck mitnehmen. Mit dem Auto dauert es circa 2 ½ Stunden, hinzu kommt noch der obligatorische Besuch bei der Ausländerbehörde. Das kann man eventuell auch nachts auf Zuruf schaffen, falls der Vermittler dann anruft und die Ankunft des Schiffs meldet.

Änderung am 28.3.2006:

Eben rief mich der Reisevermittler an: Mein Schiff wird verkauft, deshalb wird die schon gebuchte und bezahlte Reise nicht mehr angeboten! Aber es gibt zum Glück eine Alternative mit einer fast gleichen Route und mit einem ähnlichen Termin, der noch in meinen Urlaub paßt. So wurden wir uns schnell einig. Die Reise geht nun nach Cork und Warrenpoint (an der Grenze zu Nordirland), und die Kabine ist größer und komfortabler. Es werden dann neue Reisedokumente zugeschickt.

Ergänzung am 4.4.2006:

Inzwischen sind die neuen Reisepapiere gekommen, die ich unterschrieben zurückgeschickt habe. Das versprochene Fernglas ist jetzt auch da. Tolle Sache, der Reisevermittler schenkt es mir zu seinem Firmenjubiläum. Danke sehr!
Die umgebuchte Reise ist sogar noch etwas günstiger als die ursprüngliche, denn sie geht ein Stück weiter (bis Warrenpoint, dahin wollte ich gern), und ich erhalte auf dem Schiff eine bessere Kabine. Der geringfügig höhere Preis stört deshalb nicht.
Jetzt wird es langsam spannend, denn bis zur Abfahrt sind es nur noch ein paar Tage. Wann wird der genaue Termin sein? Wird das Schiff vielleicht nachts kommen und dann nach kurzer Zeit wieder ablegen? Am liebsten würde ich „auf Zuruf“ nach Rotterdam fahren, falls der Reisevermittler mich rechtzeitig anrufen kann. Damit würde Zeit gespart und eine zusätzliche Hotelübernachtung zuvor.

Ergänzung am 6.4.2006:

So, weil es übermorgen losgehen soll, habe ich noch einmal beim Reisevermittler angerufen, um die letzten Einzelheiten zu erfahren.
Ich erhielt eine ausländische Telefonnummer und den Namen des Kapitäns. Dort kann ich am Samstagmorgen anrufen, um den Liegeplatz für die Ankunft am Samstagabend zu erfahren. Dieser Zeitplan ist optimal, denn dadurch kann ich in Ruhe tagsüber hinfahren, ohne weitere Umstände. Außerdem habe ich vorher noch Zeit für mich selbst. Etwas ausruhen kommt gerade recht, denn gestern ging's nicht gut. Aber bis Samstag wird wieder alles in Ordnung sein.